Manchmal nerven die Details
Manchmal nerven die Details
Kurzmeldung 05.08.2014 |   Ralf SchwalbeRalf Schwalbe

Manchmal nerven die Details


Die Fantasie des Zuschauers wird jedenfalls aufs Äußerste ausgereizt. Aber das sind eher redaktionelle Probleme oder obliegen den zuständigen CGI-Machern.

Aber es gibt auch diese Fehler, die nicht sein müssen und die immer wieder in diesen Wissenschaftsdokus zu sehen sind. Hier meine ich insbesondere den Eintritt des „global Killers“, der vor ca. 65 Mio. Jahren mitverantwortlich für das Aussterben der Dinosaurier mitverantwortlich sein soll. Die Visualisierungen eines solchen Meteoriten (diese „Lichterscheinung“ selbst heißt dann „Meteor“). Dieser Himmelskörper soll laut Aussage des Sprechers und damit deckend mit wissenschaftlichen Erkenntnissen einen Durchmesser von ca. 10 km haben. Die Erscheinung des Meteors jedoch ist deutlich größer, denn das Glühen wird durch verdampfendes Gestein erzeugt, man kann davon ausgehen, dass die Leuchterscheinung mindestens 15 km Durchmesser hat wahrscheinlich sogar viel mehr.

Der Eintritt in die Erdatmosphäre, der in ca. 100 km und mit ca. 15 bis 25 km pro Sekunde stattfindet, müsste also gänzlich anders visualisiert werden. Der dargestellte Eintrittswinkel von ca. 45° würde etwa 144 km Wegstrecke des Meteors in der Atmosphäre bedeuten, bei einer Geschwindigkeit von mehr als 20 km/s, wie die Literatur dazu behauptet, dauert der ganze Spaß höchstens 7 bis 8 Sekunden und dabei sollte der Durchmesser der Erscheinung etwa 10% der gesamten Wegstecke „belegen“, tatsächlich sehen wir aber eine leuchtende Erscheinung die sich innerhalb einer Sekunde um ein mehrfaches ihres eigenen Durchmessers bewegt und das für deutlich länger als 15 Sekunden.

Während man die Zeit noch irgendwie rechtfertigen kann, ist die Geschwindigkeit des Objekts nicht mit dem zu erwartenden Durchmesser in Einklang zu bringen. Der hier einschlagende Meteorit hat höchstens 2-3 km Durchmesser, das wäre nicht dieser globale Killer gewesen. 

Nebenbei, falls sich jemand fragt, wie so ein Meteorit dieser Größenordnung tatsächlich klingt, wir werden es nicht rausfinden, denn wir wären tot, bevor der Schall uns erreichte. Also jede Animation mit der Geräuschkulisse eines startenden Jets … ist eher falsch. Nochmal sei aber unterstrichen, dass viele Dokus diesen Sachverhalt sehr viel besser und realistischer darstellen.

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